WAZ 12.10.2016 / 07:00 Uhr

Auszüge aus dem Bericht "Das sagen die Moerser zu den Deponieplänen in Lohmannsheide" von Martin Krampitz (Redakteur WAZ)

 

Das Vorhaben:

Die Bergehalde Lohmannsheide im Süden Baerls an der Stadtgrenze zu Moers soll ab 2019 mit mehr als drei Millionen Kubikmetern schwach belastetem DK1-Material befüllt werden (wir berichteten mehrfach). Dieses Modellprojekt plant das neue Unternehmen Deponien auf Halden 1 (DAH1), ein Konsortium aus dem Haldeneigentümer RAG Montan Immobilien und der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR). Zwar hat das Genehmigungsverfahren bei der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf und der Stadt Duisburg noch nicht begonnen. Doch nicht nur in Duisburg, auch in Moers gibt es bereits jetzt starke Vorbehalte gegen die geplante Aufschüttung auf dem 35,5 Hektar großen Gelände.

Bevor auf der Bergehalde ein grünes Freizeitareal für die Bürger gestaltet wird, soll das Material etwa 15 Jahre lang auf dem länglichen Hügel aufgeschüttet werden, so die Pläne. Nach jetzigem Stand soll der größte Teil der dafür notwendigen Lkw-Transporte über Moerser Stadtgebiet laufen - von der Autobahnabfahrt A42 Moers-Nord über Moers-Eick und -Meerbeck in den Süden Baerls. Bei Projekt-Präsentationen nannte die RAG Immobilien eine Zahl von 80 bis 100 Lkw-Transporten pro Tag, die durch Wohngebiete in Moers rollen sollen.

Stellungsnahmen der Parteien:

„Staub, Dreck, Lärm, Abnutzung unserer Straßen – nach dem jetzigen Stand sind wir von dem Projekt nicht begeistert“, sagt Julia Zupancic, zuständige Ratsfrau der CDU-Fraktion.

Auch Mark Rosendahl, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Moerser Stadtrat, geht auf Distanz zum Deponieprojekt an der Stadtgrenze: „Wir sind von zwei Sachverhalten betroffen, von möglichen Auswirkungen auf das Grundwasser und auf den Verkehr. Beides muss untersucht werden. Wenn DK1-Material angeschüttet wird, scheint das nicht‎das größte Problem zu sein.“ Eine Anwohnerinitiative vermutet zudem Auswirkungen auf die Qualität des Grundwassers aus alten Einlagerungen, die durch die neue Aufschüttung gestört werden.“ Außerdem sollten laut Mark Rosendahl regelmäßig Grundwasserproben genommen und untersucht werden. Das könnte an der Stelle zu einer Klärung führen. Hintergrund: In der Nachkriegszeit wurden vor allem Hüttenschlacken, Klärschlamm und Bauschutt auf der Bergehalde verfüllt.„Dagegen ist die Belastung durch den Lkw-Verkehr nicht auszuräumen“, so Mark Rosendahl weiter. „Wir wollen eine Durchquerung von Wohngebieten keinesfalls akzeptieren. Durch eine Deponie wird eine erhebliche Belastung der Anwohnerschaft mit Staub, Lärm und die Gefahr durch den Lkw-Verkehr über lange Jahre ausgehen.“ Eine Akzeptanz werde hier „nur schwer bis gar nicht zu erzielen sein. Deshalb muss mindestens eine Verbesserung der Verkehrssicherheit erzielt und eine Belastung des Grundwassers ausgeschlossen werden.

“ Eine grundsätzliche Ablehnung sei laut des SPD-Mannes aber „nicht zielführend, da wir darüber nicht zu entscheiden haben.“Tatsächlich muss die Stadt Moers im Genehmigungsverfahren für die Deponie nur angehört werden...

 

Anhörung der Betreibergesellschaft:

Die Stadt Moers habe bereits Gespräche mit dem Projektbetreiber geführt. Dabei habe die Betreibergesellschaft angekündigt, das Projekt am 3. November im Moerser Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt vorzustellen(03.11.2016 16:00 Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt im Ratssaal Neues Rathaus).

Entscheidungsbefugnis der Stadt Moers:

Tatsächlich muss die Stadt Moers im Genehmigungsverfahren für die Deponie nur angehört werden...